Die Behandlung sollte möglichst an einem ruhigen und für das Pferd vertrauten Ort stattfinden. Bitte arbeiten Sie das Pferd an weiterlesen...
Alexandra Otte | Pferdeosteopathie in Göttingen
Osteopathie, Physiotherapie und Akupunktmassage für Pferde
Bleiben wir doch vorerst beim Kopf des Pferdes und schauen ihn uns mal etwas genauer an.

Der Schädel ist aus vielen platten Knochen zusammengesetzt, beispielsweise dem Nasenbein, dem Stirnbein, dem Schläfenbein, dem Hinterhauptsbein und einigen mehr. Diese sind durch Nähte miteinander verbunden, die nach und nach verknöchern. Teilweise kann man sie auf dem oben aufgenommenen Schädel noch gut erkennen. Über das Kiefergelenk ist der Unterkiefer (Mandibula) beweglich mit dem Schädel verbunden. Dieses überaus interessante Gelenk schauen wir uns später noch einmal genauer an.
Die auf dem Foto markierten Foramen sind Nervenaustrittslöcher, dort laufen also Nervenbahnen zur Schädelaußenseite. Auch davon werden wir uns einige später nochmal genauer anschauen.
Interessant zu sehen ist hier auch, wie dünn die Spitze des Nasenbeins tatsächlich ist.
Und so sieht das Ganze von hinten aus:

Hier kann man sehr gut die beiden Unterkieferäste in ihrer Form und Dicke sehen. Außerdem schauen wir auf die Gelenkflächen des Hinterhauptsbeins (Condylus occipitalis), die zusammen mit dem ersten Halswirbel (Atlas) das erste Kopfgelenk bilden. Dazu aber auch später mehr. Außerdem sehen wir hier auf dem Bild noch das Foramen magnum, das die Schädelhöhle, in der das Gehirn liegt, mit dem Wirbelkanal verbindet, in dem das Rückenmark verläuft.
Ist euch auf den letzten Bildern etwas aufgefallen? Hier sieht man es nochmal sehr deutlich:
Links sehen wir den Schädel mit dem Oberkiefer und rechts den Unterkiefer. Hier zeigt sich auch nochmal schön die Form des Unterkiefers mit seinen beiden Hälften.
Und es ist nicht mehr zu übersehen: Der Oberkiefer ist deutlich breiter als der Unterkiefer, auch die Zähne des Oberkiefers selbst sind breiter als die des Unterkiefers. Dies weist eindeutig auf eine seitliche Mahlbewegung hin. Ohne eine solche könnte kein gleichmäßiger Abrieb der Zähne stattfinden.
Zum Schluss werfen wir noch einmal einen Blick auf die Schläfengrube, die hinter bzw. oberhalb der Augenhöhle (Orbita) liegt. In die Fossa temporalis ragt ein Fortsatz des Unterkiefers (Processus coronoideus) hinein, der einen Ansatzpunkt für die Kaumuskulatur bildet. Bei alten oder abgemagerten Pferden kann man die Schläfengrube meist sehr deutlich sehen, weil sich das Fettgewebe in diesem Bereich abgebaut hat.
Anders als beim Menschen ist die Schläfengrube beim Pferd übrigens nicht knöchern von der Augenhöhle getrennt.

Das war’s für heute zum Pferdeschädel. Nächsten Freitag werfen wir einen genaueren Blick auf das Gebiss und die Zähne!
Wir starten heute mit einem kleinen Eindruck vom letzen Seminar in Leipzig.
Nach dem sehr lehrreichen Sattelsymposium im März 2019 bin ich Ende November erneut nach Leipzig gefahren, um in der veterinärmedizinischen Fakultät der Uni neue Einblicke in den Pferdekopf zu gewinnen. Und es hat sich auch diesmal absolut gelohnt!
Neben unzähligen Pferdeschädeln…


… und Zahn-Anschauungsmaterial…


… gab es natürlich auch wieder frische Präparate, an denen Muskeln, Nerven, Gelenke und vieles mehr gezeigt und erörtert wurden.

Nächsten Freitag bleiben wir noch etwas beim Pferdekopf, lasst euch überraschen!
Trotz vieler coronabedingt abgesagter Termine war ich nicht untätig und habe die Zeit genutzt, meine Fortbildungen und Seminare des letzten Jahres Revue passieren zu lassen und einige Ausflüge in die Anatomie des Pferdes für euch vorzubereiten!
In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich jeden Freitag kleine Einblicke in die Anatomie des Pferdes mit euch teilen. Wenn ihr besondere Wünsche oder Fragen habt, immer her damit!
Grundlage werden vor allem die von der veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig zur Verfügung gestellten Fotos der Präparationsseminare sein. Die Bilder der Präparation sind sicherlich nicht für jede*n etwas. Entscheidet selbst, ob ihr sie euch anschauen möchtet.
Und nun wünsche ich viel Spaß!
Die veterinärmedizinische Fakultät der Uni Leipzig bietet regelmäßig gemeinsam mit dem Sattlermeister Tom Büttner das „Leipziger Sattelsymposium“ an. Berufsgruppenübergreifend wird hierbei anhand eines Präparates und verschiedener Vorträge das anatomische Wissen vertieft und Raum für fachlichen Austausch geboten.
Ich möchte euch auch ein wenig an den spannenden Einblicken teilhaben lassen. Die Bilder der Präparation sind sicherlich nicht für jede*n etwas. Entscheidet selbst, ob ihr sie euch anschauen möchtet.
Ich danke dem veterinär-anatomischen Institut für das Anfertigen und zur Verfügung stellen der Bilder.
Der erste Präparationsschritt zeigt die Hautmuskulatur an Rumpf und Schulter. Diese Hautmuskeln ermöglichen es dem Pferd durch Zucken einzelner Hautpartien Fliegen etc. zu verscheuchen. Bei manchen Pferden sind die Kanten des Rumpfhautmuskels (M. cutaneus trunci) zur Flanke hin und des Schulterhautmuskels (M. cutaneus omobrachialis) an der Schulter deutlich unter dem Fell zu erkennen.

Wie der Name des Seminars vermuten lässt, spielt die Lage des Sattels und der Gurtung dabei eine besondere Rolle. So wurden verschiedene Sattelbäume und deren Lage und Auflagefläche auf dem Pferderücken diskutiert. Wo der Sattelbaum wie Druck ausübt und wo Druckpukte entstehen können, wurde direkt am Präparat erläutert.



Auch unzählige Skelette, Skelettteile und haltbargemachte Präparate sind in der Sammlung enthalten.

Hier zu sehen die obere bis mittlere Halswirbelsäule:

Hier sehen wir einen Querschnitt durch die Brustwirbelsäule im Bereich der Schulter. In der Mitte sieht man einen Wirbelkörper und Dornfortsätze der Wirbel mit der umliegenden Muskulatur. Rechts und links kann man sehr dünn auch die Schulterblätter erkennen (Scapula) und ganz unten auf jeder Seite die Rippen (Costa).

… aber es gibt auch nicht nur Pferde!

Dies waren ein paar erste Eindrücke von zwei sehr intensiven Seminartagen. Mit Hilfe der Bilder aus dem Seminar werde ich in nächster Zeit einige Ausflüge in die Anatomie unternehmen und auf einige Themen und Aspekte ausführlicher eingehen. Wenn euch dazu Fragen unter den Nägeln brennen oder ihr schon immer etwas über ein bestimmtes Gelenk oder eine Struktur wissen wolltet, schreibt mir gerne! Dann schaue ich, ob ich dazu interessante Bilder finde!
Dieses Jahr stehen noch einige spannende Seminare und Fortbildungen auf dem Programm, aber dazu später mehr!
Auch wenn das neue Jahr schon in vollem Gange ist, möchte ich euch und euren Pferden noch alles, alles Gute und viele schöne Momente in 2019 wünschen!
Und noch ein paar so schöne sonnige und frostige Wintertage wie am letzten Wochenende!
Auch bei diesen Temperaturen bin ich für euch und eure Pferde unterwegs!
Eure Alexandra Otte